Die Zeit von 1909 - 1945
Für die Zeit vor 1945 gibt es im Verein nur ein Dokument. Es handelt sich dabei um die Jubiläumsbroschüre zum 40. Bestehen (1949) des Vereins. Dort ist der Beginn zwar geschildert, allerdings wird über das eigentliche Fußballgeschehen nur wenig berichtet. Zusätzlich liegen einige Mannschaftsfotos aus der Zeit vor. Ehrlich gesagt liegt das Problem weniger an unseren damaligen Vereinsverantwortlichen selbst als an der Zeit, in der er existierte. Die Jahre 1909 bis 1945 gehören zu den turbulentesten Abschnitten der deutschen Geschichte, und genau das erschwert die Recherche enorm.
Ein paar zentrale Gründe:
1. Kriege und Zerstörung von Quellen
Der Erste Weltkrieg und vor allem der Zweite Weltkrieg haben viele Archive vernichtet. Besonders durch Bombardierungen gingen Vereinsunterlagen, Stadtarchive und private Sammlungen verloren. Ereignisse wie der Zweite Weltkrieg haben dafür gesorgt, dass oft ganze Dokumentenbestände einfach nicht mehr existieren.
2. Politische Umbrüche und Vereinsauflösungen
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden viele Vereine gleichgeschaltet, verboten oder zwangsweise umorganisiert. Im Zuge der sogenannten Gleichschaltung mussten Vereine ihre Strukturen ändern oder wurden aufgelöst. Dabei gingen oft Protokolle, Mitgliederlisten und Chroniken verloren oder wurden bewusst vernichtet.
3. Fehlende oder unvollständige Dokumentation
Gerade kleinere Vereine haben ihre Geschichte oft nicht systematisch dokumentiert. Vieles lief über handschriftliche Protokolle oder das Wissen einzelner Mitglieder – und wenn diese Personen verstorben sind, ist dieses Wissen verloren.
4. Unterbrechungen durch den Krieg
Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs ruhte das Vereinsleben häufig komplett. Mitglieder wurden eingezogen, Aktivitäten eingestellt. Dadurch entstehen in der Chronik Lücken, die sich heute nicht mehr schließen lassen.
5. Nachkriegszeit und Neuanfang
Nach 1945 mussten viele Vereine praktisch bei null anfangen. In den Wirren der Besatzungszeit wurden alte Strukturen aufgelöst und neu gegründet. Oft fehlen klare Übergänge zwischen „altem“ und „neuem“ Verein. 6. Verstreute Quellen Was noch existiert, liegt oft nicht an einem Ort: persönliche Nachlässe von ehemaligen Spielern, Stadtarchive, Zeitungen oder andere private Nachlässe enthalten einzelne Puzzleteile. Diese zusammenzuführen ist zeitaufwendig und manchmal schlicht nicht vollständig möglich.
Fußballplatz an der Radrennbahn am Kaiser-Wilhelm-Hain
Die erste Sportstätte des HFV 09 im Innenbereich der Radrennbahn. Die Postkarte ist mit Mai 1910 gestempelt. Links ist ein Tor zu sehen, davor abgespielter Rasen. In den Anfängen des Fußballs musste ein Fußballtor nicht über eine Querlatte verfügen, sodass Tore in beliebiger Höhe erzielt werden konnten. Erst 1866 wurde ein Band zwischen den Torpfosten mit einem Abstand von 8 Feet (= 2,44 Metern) zum Boden vorgeschrieben. 1883 ersetzte die Querlatte dann dieses Band.
Leider führten die Kosten für Miete dazu, dass die Spieler des HFV 09 diese nicht mehr aufbringen konnten und sich deshalb als Abteilung dem Hombrucher Turnverein Westfalia anschlossen (ab 1911).
Zu den Spielstätten in der Anfangszeit unseres Vereins wird folgendes erwähnt: Ein Sportplatz an der "Hellenbank" (Teamaufnahme). Der alte Sportplatz (Lehmkuhle) ein Gemeindeplatz war den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Man sah sich notgedrungen nach einem neuen Gelände um. Es gelang, von dem Grundbesitzer Herrn Jung an der Grotenbachstraße ein Gelände zu pachten. Nach 3-4 Monaten Arbeitsaufwand und großem Kostenaufwand wurde der Platz im Sommer 1927 eingeweiht.
Historie - Gründungsjahre -
1888 wurde der erste Fußballverein in Deutschland gegründet (Berliner FC Germania 1888). 1874 wurde der Fußballsport aus England importiert. Dort wurde der erste Fußballclub am 24.10.1857 (Sheffield Football Club) gegründet. Die beiden Braunschweiger Lehrer Konrad Koch und August Hermann brachten die Idee, Regeln, die dem Rugby ähnelten und einen Ball in ihre Schule und orgnaisierten erste Spiele mit hiesigen Schülern.
Im Jahre 1909 war der Dortmunder Fußballsports im Entstehen begriffen. Führend war in diesen Jahren der Dortmunder Sportclub 1895 (heute TSC Eintracht Dortmund). In unserer Ortschaft Hombruch wurde der Fußballsport im wesentlichen nur von Schülern der höheren Schulen betrieben. Da der Mittelstürmer und der Rechtsaußen des Sportclubs 1895 Dortmund, die Gebrüder Schumann, in Hombruch wohnten, fanden die Schüler Fritz Storck, Ernst Storck, Walter Beimdick, Paul Flamkamp usw. durch diese Spieler den Anschluß an den Dortmunder Sportclub 1895. Aber nur einer von diesen Hombruchern Spielern schaffte es, in der ersten Mannschaft von 1895 zu spielen, und zwar der älteste Sohn unseres Gemeindevorstehers Heinrich Storck. Die anderen genannten Spieler spielten in den unteren Mannschaften des Dortmunder Sportclubs 1895. Es war seinerzeit eine außerordentliche Ehre, Mitglied von 1895 zu sein. Aber unsere jungen Hombrucher Fußballspieler fühlten sich in den Reihen der 1895er nicht wohl. Sie entschlossen sich, einen eigenen Fußballclub zu gründen. Im Herbst 1909 war es dann soweit. Der Verein wurde 1909 als Fußballverein Germania Hombruch gegründet. Die Mannschaft war nicht Mitglied des Westdeutschen Spielverbandes. Alle Spiele waren Freundschaftsspiele mit "wilden" Vereinen. Nach 1-2 Jahre traten finanzielle Schwierigkeiten auf. Einnahmen gab es nicht und die Unkosten, vor allen Dingen die Pacht für das Sportgelände (am Kaiser-Wilhelm-Hain/Teil des heutigen Westfalenparks) mussten alle von den Spielern selbst getragen werden. Meist bestanden die Vereine anfänglich nur aus den Spielern der Mannschaften.
Die Fußballer der Germania schlossen sich 1910/1911 als Abteilung dem Hombrucher Turnverein Westfalia Hombruch (HTVW) an und nahmen an den von der Deutschen Turnerschaft organisierten Meisterschaften teil, da der Turnverband über eine eigene Fußballstruktur verfügte. Spiele außerhalb dieses Systems waren selten und beschränkten sich meist auf Freundschaftsbegegnungen. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Mannschaft zu einer der führenden im Turngau. Konflikte zwischen dem Turnverband und dem Westdeutschen Spielverband führten 1911 zum Austritt von sieben Spielern, die sich dem FC 1892 Witten anschlossen, was die Mannschaft erheblich schwächte. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurden zahlreiche Spieler zum Wehrdienst eingezogen, sodass vor allem Jugendliche den Spielbetrieb aufrechterhielten. Nachdem die Verbandsdifferenzen beigelegt worden waren, nahm die Mannschaft 1916 an Kriegsmeisterschaften teil. Die Einberufung auch der 17-Jährigen am 1. Mai 1916 führte jedoch zum vollständigen Stillstand des Fußballbetriebs. Erst im September 1919 wurde der Spielbetrieb auf Initiative von Erich Herberholz im Rahmen einer Versammlung im Jägerhof wieder aufgenommen. Die Mannschaft trat im Dezember desselben Jahres erstmals wieder öffentlich auf und blieb weiterhin eine Abteilung des HTVW. Neben ihr existierte mit dem Katholischen Jünglingsverein (KJV) Hombruch eine konkurrierende Mannschaft, deren Spielerkader später übernommen wurde. Mit dem Beitritt des HTVW zum Westdeutschen Fußballverband (WFV) nach dem Krieg nahm die Mannschaft ab 1920 am regulären Ligabetrieb teil, zunächst in der C-Klasse und nach Umgruppierungen in der B-Klasse. In den Jahren 1920 bis 1922 gehörte das Team konstant zur Spitzengruppe. Maßgeblichen Anteil am sportlichen Erfolg hatten insbesondere der Torhüter Franz Vogt, ein überregional bekannter Auswahlspieler der Stadtauswahl Dortmund, sowie der Stürmer Grüter. Am 21. Juli 1922 kam es im Vereinslokal Storck zum endgültigen Bruch durch finanzielle Zwistigkeiten zwischen dem Turnrat und der Fußballabteilung. Mit deutlicher Mehrheit wurde die Loslösung in einer "reinlichen Scheidung" beschlossen und der eigenständige Hombrucher Fußballverein 09 (HFV 09) gegründet, dessen Vorsitz Karl Hermann übernahm. Der Verein wurde in den WFV aufgenommen und spielte zunächst in der C-Klasse, später in der A-Klasse. Bereits in der Saison 1922 erreichte die Mannschaft den zweiten Tabellenplatz.
Fusion zur Spielvereinigung Hombruch/Barop 08 1925-1927
Aufgrund von finanziellen Problemen und Uneinigkeit bei Barop 08 drohte diesen der Ruin. Bevor es soweit war, schloss man sich im letzten Moment unserem HFV 09 an. Von nun an spielte man als Spvgg Hombruch-Barop 08 weiter. Aufgrund dieser Verstärkung spielte man bis 1927 in der Ruhr-Bezirksliga. Danach gingen die Vereine wieder getrennte Wege.1925 fusionierte der HFV 09 mit dem Fußballverein Barop 08 zur Spielvereinigung Hombruch/Barop 08, doch diese Verbindung wurde bereits 1926 wieder aufgelöst, woraufhin der Verein zu seinem ursprünglichen Namen zurückkehrte.
Fusion SV Menglinghausen und FV Hombruch 09 zum VfL Germania Hombruch 08 1933-1945
1933 wurden durch die nationalsozialistische Regierung (NSDAP) Vereine konzentriert und das Führerprinzip eingeführt. So musste der HFV 09 zwangsweise (Stichwort: Gleichschaltung von Vereinen) mit dem SV Menglinghausen zum VfL Germania Hombruch 08 fusionieren.














